8.12.2000 - 8.12.2010
Seit genau 10 Jahren gibt es nun den Verein.
Ein ausführlicher Rückblick steht nach der Chronik.
Bilder unter: www.himalaya-karakorum-hilfe.info/bilder
2000: Gründung des Vereins am 8.12.2000
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2001
Unterstützung der Kailash-Projekte
Unterstützung der Lelung-Schule in Tibet
Schulgeld für Sherpa-Kinder
Kleidung für Sherpas
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2002
Wasserleitung in Passu/Hunza
Nähmaschinen für Frauen in Hunza
Krankenstation Kurphe/Baltistan
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2003
Vereinsfahrzeug Toyota-Jeep
Krankenstation Thongal
Reparaturen im Braldo-Haus in Skardu
Brücke über den Biafo
Lebensmittel, Kleidung, Medikamente
Krankentransporte
Schulpatenschaften
Solarkocher
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2004
Wasserleitung Surungo
Wasserleitung Hoto
Wasserleitung Kurphe
Traktor und Dreschmaschine
Toilette im Braldohaus in Skardu
Obstplantage Monjong
Lebensmittel, Kleidung, Medikamente
Verteilung von Vitamintabletten
Krankentransporte
Solarkocher
Vereinsfahrzeug (Reparaturen, Benzin)
Lohn für Fahrer
Schulpatenschaften
Ausbildung zur Geburtshelferin
Verteilung von Kondomen
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2005
Getreidemühle Monjong
Obstplantage Monjong
Vereinsfahrzeug: Reparaturen, Schneeketten, Fahrer
Zweites Vereinsfahrzeug Toyota Jeep
Baubeginn Wasserleitung Hoto/Chongo
Baubeginn Wasserleitung Chaqpo/Tosho
Baubeginn Wasserleitung Pakora
Baubeginn Wasserleitung Sholtoro
Reparatur Wasserleitung Surungo
Reparatur Wasserleitung Kurphe
Ausbildung zu Geburtshelferin
Schulpatenschaften
Transporte und Hilfe in Notlagen
Gründung einer Trekking-Agentur
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2006
Erdbebenhilfe in Kashmir
Wasserleitung Askole
Wasserreservoir Askole
Waschhaus Kurphe
Bauarbeiten Wasserleitung Hoto/Chongo
Fertigstellung Wasserleitung Chaqpo/Tosho
Fertigstellung Wasserleitung Pakora
Fertigstellung Wasserleitung Sholtoro
Weitere Bäume für Obstplantage Monjong
Temporäres Schülerwohnheim in Skardu
Unterkunft für Schulkinder
Reparaturen an Vereinsfahrzeugen
Schulpatenschaften
Hilfe in Notlagen
Kleidung und Medikamente
Material für Bubenwohnheim in Skardu
Löhne für Fahrer
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2007
Baubeginn Bubenwohnheim Skardu
Wasserleitung und Wasserreservoir Ho
Fertigstellung Wasserleitung in Hoto
Notunterkünfte Arandu nach Brand
Schule in Niaslo
Schulpatenschaften
Weitere Bäume für Obstplantage Monjong
Unterkünfte für Schulkinder in Skardu
Vereinsfahrzeuge: Reparaturen, neue Reifen
Lohn für Fahrer
Ausbildung zur Krankenschwester
Kleidung, Medikamente
Hilfe in Notlagen
Transport einer Optikerwerkstatt nach Skardu
Einsatz von deutschen Kinderärzten in Bergdörfern
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2008
Bauarbeiten Bubenwohnheim Skardu
Unterkünfte für Schulkinder in Skardu
Vereinsfahrzeuge: Reparaturen, neue Reifen
Hilfe in Notlagen
Kleidung, Schuhe
Schulpatenschaften
Weitere Bäume für Obstplantage Monjong
Einsatz von Kinderärzten in Bergdörfern
Lohn für Fahrer
Krankentransporte
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2009
Bubenwohnheim Skardu, Inneneinrichtung
Material für Mädchenwohnheim Skardu
Gebäude mit Garagen, Lagerräumen
Reparatur Wasserleitung Surungo
Wasserleitung für Schule in Thongal
Reparatur der Schule in Askole
Gemeindehaus in Askole
Wasserleitung Nit/Dasso
Vereinsfahrzeuge: Reparaturen
Lohn für Fahrer
Schulpatenschaften
Unterkünfte für Schulkinder in Skardu
Lohn für Tutor
Bewässerung der Obstplantage Monjong
Kleidung, Medikamente, Transporte
Hilfe in Notfällen
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2010
Fertigstellung Bubenwohnheim Skardu
Grundstückskauf für Mädchenwohnheim
Rohbau Mädchenwohnheim
Hilfe für Flutopfer
Wasserleitung Sencor
Schulpatenschaften
Medikamente
Krankentransporte
Unterkunft für Schulkinder
Lohn für Tutor
Vereinsfahrzeug Reparaturen
Bewässerung der Obstplantage Monjong
Hilfe in Notfällen
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10 Jahre Himalaya-Karakorum-Hilfe
1998 kam ich zum ersten Mal in den Himalaya. Ich war
fasziniert von den eisgepanzerten Achttausendern und der endlosen
Weite des tibetischen Hochlandes. Aber fast noch mehr interessierten
mich die Menschen, die in dieser kargen, lebensfeindlichen Welt ihr
Dasein fristen. Ihre heitere Gelassenheit, ihre selbstverständliche
Gastfreundschaft beeindruckten mich. Aber ich sah auch viel Armut,
Not und Rückständigkeit. Ich beschloss, Geld zu sammeln, um
bestehende Hilfsorganisationen zu unterstützen. Die Spenden gingen
an den Schulverein Lelung in Tibet und an den Verein Ngari Korsum,
der am Berg Kailash Hilfsprojekte unterstützt. Mit der Zeit
verstärkte sich in mir der Wunsch, eigene Hilfsprojekte zu
verwirklichen. Ich wollte den Menschen helfen, die ich auf meinen
Reisen in den Himalaya selbst kennengelernt und deren Lebensumstände
ich mit eigenen Augen gesehen hatte. So entstand die Idee, einen
eigenen Verein zu gründen.
Der Anfang war bescheiden. Sieben Damen und Herren,
Lehrerkollegen am Karls-Gymnasium in Bad Reichenhall, waren meiner
Einladung gefolgt, um den "Verein zur Unterstützung von
Himalayavölkern" ins Leben zu rufen. Anwesenheitsliste und
Beschlussfassung sind im Gründungsprotokoll vom 8. Dezember 2000
festgehalten.
Mein Vater hätte genau so
gehandelt.
Im Jahr 2001 stand ich auf der Moräne des
Baturagletschers in Nordpakistan. Ich blickte auf eine gewaltige
Bergflanke, die sich zu dem fast 8000 m hohen Batura Mustagh
hinaufzieht. Zwischen dunklem Granit und bläulich schimmerndem Eis
glitzerte der Schnee im gleißenden Sonnenlicht. Am Gipfel wehten
Schneefahnen. Irgendwo dort oben liegt der Mann, der mein Vater war.
Ich habe ihn nie kennengelernt. Er starb vermutlich in der Nacht vom
28. auf den 29. Juli 1959, wahrscheinlich als eine Eislawine das
Hochlager einer deutsch-britischen Expedition zerschmetterte. Niemand
wird je wissen, was genau geschah. Es war dieselbe Woche, in der ich
auf die Welt kam. Mein Vater wurde nur 27 Jahre alt.
Beim Abstieg über den Gletscher, der sich mit
seinem grauen Schutt- und Felspanzer wie ein urzeitliches Fabeltier
zu Tal schlängelt, machte ich Rast auf einer Almwiese. Seit
Jahrhunderten weideten hier die Kühe, Schafe und Ziegen aus dem Dorf
Passu, das am Fuss des Gletschers liegt. Klimawandel und
Gletscher-Rückgang ließen den Bach versiegen, der die Weide
bewässerte. Für die Dorfbewohner eine Katastrophe. Ich fasste
spontan den Entschluss, hier zu helfen. Es gelang mir, 16.000 € zu
sammeln, um damit Rohre, Werkzeug und Baumaterial zu kaufen. Im
Sommer 2002 schufteten alle arbeitsfähigen Männer des Dorfes an der
gefährlichen Baustelle. Sie sprengten eine Trasse durch eine
Felswand, bauten Brücken und betonierten das Auffangbecken. Die neue
Wasserleitung sichert bis heute das Überleben des Dorfes und ich
wurde zur Ehrenbürgerin ernannt. Darauf bin ich stolz. Es war mein
erstes eigenes Projekt und ich bin mir sicher, mein Vater hätte
genau so gehandelt. Es war ein großer Erfolg, der mir den Rückhalt
gab, mit viel Idealismus - und noch mehr Naivität -, weitere
Hilfsprojekte anzugehen.
Im Jahr 2000 stand ich als Mitglied einer Schweizer
Expedition auf dem Gipfel des 8035 m hohen Gasherbrun II. Eine
deutsche Expedition erreichte ebenfalls den Gipfel und mit ihr
Rasool, ein Hochträger aus Baltistan. Schmales Gesicht, umrahmt von
einem mächtigen schwarzen Haarschopf, ein kecker Schnauzbart unter
der kühnen Adlernase. Seine Augen strahlten jene heitere
Gelassenheit aus, die für die Menschen im Karakorum charakteristisch
ist.
Rasool - unser Mann vor Ort in
Baltistan.
Zwei Jahre später traf ich Rasool wieder. Es war am
8047 m hohen Broad Peak. Im Anschluss an die Expedition, zeigte er
mir seine Heimat. Er brachte mich mit den Menschen im Braldo-Tal
zusammen. Ich lernte Kurphe, sein Heimatdorf, kennen. Ende des
Sommers heirateten wir.
Mein Mann Rasool ist nicht nur für mich ein
Glücksfall. Mit seiner Hilfe ist sichergestellt, dass die Gelder des
Vereins dort eingesetzt werden, wo sie von den Menschen in Baltistan
am dringendsten gebraucht werden. Als Rasool ein kleiner Bub war, gab
es im Braldotal noch keine Schule. Er musste die Schafe und Ziegen
des Dorfes hüten und verbrachte den Sommer auf den Almweiden. Als
Erwachsener lernte er Englisch und eignete sich in kurzer Zeit ein
enormes Wissen und Können an. Er ist das beste Beispiel dafür,
welches Entwicklungspotential in den Bergbewohnern des Karakorum
steckt, wenn sie die Chance auf Bildung erhalten.
Rasool ist verantwortlicher Bauleiter unserer beiden
Schülerheime in Skardu. Er kontrolliert und überwacht alle Ausgaben
des Vereins in Pakistan. Er kennt die Sorgen und Nöte der Menschen
in den Bergdörfern. 2010 brach im Braldotal eine Epidemie aus.
Rasool brachte 15 Kinder nach Skardu, sorgte für Medikamente und
rettete ihnen das Leben. Fast 30 Baltis haben durch Rasool und die
Aktivitäten des Vereins inzwischen einen festen Arbeitsplatz und
können damit ihre Familien ernähren. Rasool erhält für seine
Arbeit vor Ort vom Verein einen Monatslohn von 300 €.
Die Schulpatenschaften - eine
Erfolgsgeschichte
Seit nunmehr 10 Jahren sind die Schulpatenschaften
des Vereins eine Erfolgsgeschichte. Die ersten Schüler, die wir
unterstützten, machen jetzt ihre Abschlüsse. Sie haben sich zu
leistungsbereiten, gebildeten jungen Männern entwickelt, die sich in
ihrer Heimat engagieren wollen. Sie werden Verantwortung übernehmen
und die Entwicklung der Region vorantreiben. Einer dieser
Patenschafts-Schüler ist der 26 Jahre alte Iqbal aus dem Dorf
Askole. Er arbeitet heute als Geschäftsführer der Trekking-Agentur
Shipton in Skardu.
Noch vor wenigen Jahren galt in Baltistan Bildung
als sinnlos und überflüssig. Die Menschen in den Bergdörfern
schickten ihre Kinder nicht zum Unterricht, weil sie Angst hatten,
dass ihre Buben und Mädchen in der Schule verdorben würden. Seit
der Verein im Braldotal tätig ist, hat sich diese Einstellung
grundsätzlich geändert. Heute hat man die Bedeutung von Bildung
erkannt. Es herrscht Aufbruchstimmung. Das Neue, das Fremde wird
nicht mehr als Bedrohung empfunden. Toleranz breitet sich mehr und
mehr aus.
Wer uns unterstützt.
Seit Jahren gehören die "Huberbuam"
Alexander und Thomas zu den wichtigsten Unterstützern des Vereins.
Bei ihren Vorträgen rufen sie zu Spenden auf und sammeln mit
Benefiz-Veranstaltungen erhebliche Beträge ein. Außerdem
unterstützen uns die Aktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks
und die Deutsche Botschaft in Islamabad. Nicht zu vergessen sind die
vielen kleinen und größeren Geldspenden von Schulkindern,
Privatleuten und Firmen, allen voran die Firma Rosenberger
Hochfrequenztechnik in Fridolfing.
Was ich in den vergangenen 10 Jahren an Eigenmitteln
und Zeit in den Verein investiert habe, weiß ich heute nicht mehr.
Ich arbeite ehrenamtlich und bezahle meine Flüge nach Pakistan aus
eigener Tasche. Eines weiß ich jedoch gewiss: Die
Himalaya-Karakorum-Hilfe e.V. und die Arbeit meines Mannes Rasool vor
Ort haben in 10 Jahren dazu beigetragen, dass sich die
Lebensverhältnisse von mehreren Tausend Menschen in Baltistan
verbessert haben. Mit diesem guten Gefühl gehe ich die nächsten 10
Jahre an!
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